Spieltherapie
Der strategische Einsatz von Spiel in therapeutischen Kontexten, um das Ausdrücken und Verarbeiten der Gedanken, Bedürfnisse und Gefühle des Kindes zu fördern.
Spiel als therapeutisches Paradigma
Spieltherapie ist der strategische Einsatz von Spiel in therapeutischen Kontexten, um das Ausdrücken und Verarbeiten der Gedanken, Bedürfnisse und Gefühle des Kindes zu unterstützen. Spiel ist seit Langem als Mittel der Kommunikation anerkannt — als Weg, das Kind zu verstehen, und als Grundlage der therapeutischen Beziehung.
Als Paradigma hat sich die Spieltherapie in verschiedenen theoretischen Orientierungen entwickelt, die Gemeinsamkeiten teilen und sich doch im Ansatz unterscheiden — allen voran die direktive Spieltherapie und die nicht-direktive Spieltherapie. Die Cognitive Behavioral Play Therapy (CBPT) zählt zu den direktiven Ansätzen.
Zwei Orientierungen
Direktiv — das Spiel dient dazu, eine tragfähige Bindung zwischen Therapeut und Kind aufzubauen und das Handeln zugleich auf definierte Ziele auszurichten.
Nicht-direktiv — eine wirksame, nicht-intrusive Therapie, die das Kind so annimmt, wie es ist, ohne äußere Anforderungen.
Woher die CBPT kommt
Historisch gründete die Spieltherapie entweder auf psychodynamischen oder klientenzentrierten Theorien, etwa der Child-Centered Play Therapy (Axline, 1947). Die CBPT unterscheidet sich von diesen traditionelleren Formen, teilt mit ihnen jedoch die Bedeutung einer positiven therapeutischen Beziehung, den Einsatz von Spiel als Kommunikationsmittel zwischen Therapeut und Kind und das Erleben der Therapie als sicheren Ort.
Knell (2009) beschreibt die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen direktiver und nicht-direktiver Spieltherapie und ordnet sie fünf Bereichen zu: Richtung und Ziele der Therapie, Spielmaterialien und Aktivitäten, der erzieherische Wert des Spiels, die Deutung des kindlichen Spiels und die Rolle des Lobs.
Was die CBPT auszeichnet
In den fünf von Knell (2009) beschriebenen Bereichen nimmt die CBPT eine klar direktive Haltung ein:
In der CBPT (direktiv)
- Therapeutische Ziele sind definiert; die Intervention richtet das Handeln auf sie aus.
- Kind und Therapeut wählen Spielmaterialien und Aktivitäten gemeinsam.
- Das Spiel vermittelt alternative, adaptivere Fertigkeiten und Verhaltensweisen.
- Der Therapeut deutet das Spiel und hilft dem Kind, Konflikte zu besprechen.
- Lob ist ein zentraler Bestandteil und verstärkt angemessenes Verhalten.
In der nicht-direktiven Spieltherapie
- Das Kind wird angenommen, wie es ist, ohne äußere Anforderungen oder Anweisungen.
- Das Kind wählt die Materialien und entscheidet, wie gespielt wird.
- Erziehung gilt als unpassend, weil sie eine Form der Lenkung darstellt.
- Der Therapeut deutet das Spiel nicht, sondern vermittelt volle Akzeptanz.
- Auf Lob wird verzichtet, um keinen Veränderungsdruck zu vermitteln.
Was die Forschung stützt
Die Forschung zur Spieltherapie belegt ihre Wirksamkeit bei einem breiten Spektrum sozialer, emotionaler, verhaltensbezogener und schulischer Probleme — darunter posttraumatischer Stress, Störungen des Sozialverhaltens, Depression, Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität, expansives Verhalten, Aggression, Angst und Furcht, Impulsivität, geringes Selbstwertgefühl, Leseschwierigkeiten und sozialer Rückzug.
Die Literatur belegt zudem ihre kulturübergreifende Wirksamkeit und günstige Ergebnisse bei unterschiedlichen Gruppen, darunter Kinder mit chronischen Erkrankungen, Trauer und Verlust, Missbrauch, häuslicher Gewalt, Adoptionskrisen, Bindungsschwierigkeiten, Naturkatastrophen sowie Belastungen wie Trennung der Eltern und Umzug.

Bratton & Ray, 2000; Drewes, 2006; Ray & Bratton, 2010; Reddy et al., 2005; LeBlanc & Ritchie, 2001.
In der CBPT definieren wir therapeutische Ziele, und die Grundlage der Intervention ist, das Handeln auf sie auszurichten.
Fortbildung in Cognitive Behavioral Play Therapy
Vertiefen Sie die Methode, ihre Werkzeuge und ihre klinische Anwendung in der CBPT-Fortbildung.
CBPT-Kurse entdecken
